Lebensmittelgifte

(Autor: Roland Gmünder / Last Update – 14.04.2013)

Moderne Welt – moderne Gifte

Sie stehen im Kleingedruckten auf der Packung von konservierten und verarbeiteten Lebensmitteln – die Zusatzstoffe oder auch Hilfsstoffe genannt. Sie werden eingesetzt, um die Haltbarkeit zu garantieren, dass Aussehen der Produkte zu verbessern oder Geschmack und Aroma zu erhalten. Trotz aller Kontrollen und Tests der Lebensmittel-Zusatzstoffe gibt es keine Garantie, dass alle zugelassenen E-Nummern für jeden Menschen völlig unbedenklich sind.

Der Körper lebt durch die Nahrung, die wir ihm zuführen. Ist sie gut, kann sie vom Organismus dementsprechend verwertet werden. Der Stoffwechsel bleibt dabei im Gleichgewicht und der Mensch gesund. Durch moderne Ernährungsgewohnheiten und die zahlreichen industriell hergestellten Nahrungsmittel setzt der moderne Mensch dieses Gleichgewicht und damit seine Gesundheit aber immer öfter aufs Spiel. Vermehrt werden Lebensmittel als Auslöser von allerlei Leiden identifiziert. Einigen Ärzten gelten diese durch das Essen verursachte Gesundheitsstörungen schon als neue Volkskrankheit.

Besonders heimtückisch sind die modernen Zutaten. Das Fachchinesisch auf den Etiketten hilft meist nicht weiter, allzu oft werden die industriellen Beigaben überhaupt nicht erwähnt. Kein Wunder, dass selbst die Behörden nicht mehr kontrollieren können, was bei uns auf den Tisch kommt: Stabilisatoren, Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Antioxidationsmittel und Konservierungsmittel in der Wurst, Cystein im Brötchen vom Bäcker, Verdickungsmittel, Emulgatoren, Säuerungsmittel und künstliche Aromen in Saucen und Fertiggerichten, Süssstoffe in Limonaden, Mittel zur Erhaltung der Rieselfähigkeit in Salz und Puderzucker und tausende andere Zusatzstoffe in beinahe allen Lebensmittel-Gruppen. Einschlägige Fachbücher listen bis zu 7’500 Präparate und Zusätze auf. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen allergische Reaktionen aufweisen und auf bestimmte Nahrungsmittel überempfindlich reagieren. 






Der E-Nummernwald

Hättest Du gewusst, dass hinter der E – Nummer 321 sich Butylhydroxytoluol (BHT) verbirgt? Wahrscheinlich nicht. Die EU erlaubt diese Substanz für den Einsatz in Frittierfett, Bratenfetten und -ölen, die dann länger verwendet werden können. Als Antioxidans ist dieses Mittel in einigen Kunststoffverpackungen enthalten und kann aus diesen auch ins Lebensmittel gelangen. BHT reichert sich im Fettgewebe an und beeinflusst die Blutgerinnung, den Fettstoffwechsel und die Schilddrüse. Bei Hautkontakt wurden Unverträglichkeit und allergische Reaktionen beobachtet. Beim Erhitzen im Frittierfett zersetzt sich BHT zum Teil in Substanzen, über deren biologische Wirkung bis heute noch nichts bekannt ist.

Eine weitere sehr interessante E-Nummer ist E 127 - Erythrosin. Die Verwendung von Erythrosin wurde aufgrund gesundheitlicher Bedenken stark eingeschränkt. Dennoch ist der leuchtend rote Farbstoff innerhalb der EU für Cocktailkirschen, kandierte Kirschen und Dosenobstsalat mit Kirscheinlage zugelassen. Im Tierversuch beeinflusste Erythrosin schon in relativ geringen Dosierungen die Nervenfunktion. Bei manchen Versuchstieren zeigten sich krebsähnliche Veränderungen des Drüsengewebes. Neuere Versuche erhärten den Verdacht, dass Erythrosin die Schilddrüsenfunktion des Menschen beeinflusst. Sonst dient dieser künstliche Farbstoff in der Medizin als Kontrastmittel beim Röntgen der Gallenblase.

Gefahren und Giftstoffe lauern aber auch in Bereichen des täglichen Lebens, wo man sie vielleicht nicht vermutet hätte. So zum Beispiel setzen herkömmliche Antihaft-Beschichtungen von Bratpfannen Schadstoffe frei. In Pfannen, die mit fluorinierten Polymeren beschichtet sind, klebt zwar kaum etwas an, doch ob sie tatsächlich vollkommen ungefährlich für den Menschen sind, darf bezweifelt werden. Denn bei der Verwendung entsprechend beschichteter Produkte wird ein Cocktail chemischer Substanzen freigesetzt, die teilweise Jahrzehnte brauchen, bis sie abgebaut sind. Das ergab eine Studie von kanadischen Wissenschaftlern. Mehrere fluorierte Polymere werden inzwischen in Backöfen und in verschiedenen Kochutensilien verwendet. Die kanadischen Wissenschaftler haben in ihren Untersuchungen verschiedene solcher Produkte erhitzt. Dabei entstanden unter anderem Trifluoressigsäure (TFA), sowie Perfluorocarboxylate. Für TFA ist eine toxische Wirkung bei Pflanzen bereits bekannt. Und die langkettigen Perfluorokarboxylate reichern sich besonders leicht an Fleischgerichten an. Ausserdem entstehen beim Erhitzen kleine Mengen an Fluorkohlenwasserstoff (FCKW), das lange Zeit in Kühlschränken Verwendung fanden, aber auch von dort bereits verbannt wurden. Die für die Herstellung konventioneller Pfannenbeschichtungen (wie z.B. Teflon) verwendeten perfluorierten Tenside (PTFE), besonders Perfluoroctansäure (PFOA), gelten als gesundheitsschädlich und werden auch von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kritisch bewertet. PFOA bleibt mehrere Jahre im menschlichen Körper und kann offenbar das Wachstum von Tumoren anregen. Bei jeder Herstellung konventioneller Pfannenbeschichtungen gelangt PFOA ins Abwasser. Dort ist es nicht abbaubar. Erste Studien fordern bereits, PFOA aus allen Herstellungsprozessen zu verbannen. Gerade weil man noch immer nichts Genaues über die Wirkung dieser vom Menschen produzierten Substanzen weiss, äussern sich die Forscher besorgt über die rasch zunehmende Anreicherung in der Umwelt.

Wenn man also das Wort Umweltgifte in den Mund nimmt, kann eine genaue Definition davon erst gar nicht vorliegen. Es lässt sich nur vage erahnen, was alles schädlich auf unseren Körper einwirken könnte. Oder hättest Du gewusst, dass eine beträchtliche Anzahl von Zahnpasten beim Test durch die deutsche Verbraucherzeitschrift „Öko-Test“ durchgefallen sind? Viele der Zahncremes enthalten das bakterienhemmende Konservierungsmittel Triclosan. Der Stoff gehört zur Gruppe der umstrittenen halogenorganischen Verbindungen und steht in Verdacht, die Antibiotikaresistenz von Bakterien zu fördern und Krebs zu verursachen. Zudem war der antibakterielle Wirkstoff häufig mit Dioxinen verunreinigt, wie die Öko-Tester berichten. Zusätzlich kann der Wirkstoff die Leber belasten. Wichtig ist ausserdem das Wissen um die antibakterielle Wirkung von Zahnpaste bei Verschlucken. Dabei kann die Darmflora in Mitleidenschaft gezogen werden, da für die Verdauung wichtige Bakterien abgetötet werden.

Hormonell aktive Substanzen

Ein ebenfalls aktuelles Thema sind hormonell aktive Substanzen. Bisher glaubte man, die Gefahren, die von hormonell aktiven Chemikalien in Gebrauchsgegenständen ausgehen können, durch Grenzwerte im Griff zu haben. Neue Studien aber deuten darauf hin, dass solche Substanzen möglicherweise auch in Konzentrationen unterhalb der bisherigen Grenzwerte Föten schädigen und Krebs auslösen können. Spezialisten fordern daher eine Korrektur der Grenzwerte, sowie Produkthinweise. Unter anderem kommen nachweislich hormonell aktive Substanzen in Babyfläschchen, Fugendichtungen, elektrischen Geräten und Leuchtstofflampen vor (Quelle: Andreas Gies/Bundesumweltamt Berlin). Es deutet vieles darauf hin, dass diese Substanzen negative Wirkungen auf die Fortpflanzung und auf Föten haben. Ausserdem können Auswirkungen hinsichtlich der Zunahme von Brust-, Hoden- und Prostatakrebs nicht ausgeschlossen werden!

Bisphenol A

In Babyflaschen ist sie seit 2011 verboten, in Konservendosen oder Zahnfüllungen aber weiterhin erlaubt – die umstrittene Chemikalie Bisphenol A. Seit Jahren steht die Substanz in der Kritik. Bisphenol A (BPA) ist eine Basis-Chemikalie, die in vielen Alltagsprodukten Verwendung findet: In CDs, dem Thermopapier von Kassenbons, Mobiltelefonen, Motorradhelmen oder Plastikflaschen. Einige Studien legen einen Zusammenhang von BPA mit Krankheiten und Missbildungen nahe.

Entwickelt wurde BPA in den 1930er Jahren, weil man auf der Suche nach synthetischen Stoffen war, die das weibliche Sexualhormon Östrogen in der Wirkung nachahmen konnten. Bald stellte sich jedoch heraus, dass die östrogene Wirkung von BPA für therapeutische Anwendungen nur relativ schwach war und sich andere Stoffe für die Pharmazie besser eigneten. Eine alternative Verwendung fand BPA in der chemischen Industrie – als Basis für Kunststoffe und Kunstharze. Die Industrie schätzt vor allem die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, die hohe Robustheit, gute elektrische Isoliereigenschaften und die schwere Entflammbarkeit des Stoffes.

Durch die hormonelle Wirkung wird BPA jedoch zum Problem. So können sich, je nach Verwendung, BPA-Partikel aus den Produkten herauslösen und vom menschlichen Organismus, vor allem über die Nahrung, aufgenommen werden. Untersuchungen zeigen, dass Bisphenol A sich zum Beispiel in heißem Wasser lösen kann. Aber auch ohne Wärmeeinwirkung geben einige Kunststoffbeschichtungen von Konservendosen, in denen BPA vorhanden ist, dieses an die Nahrungsmittel ab.



Geschmacksverstärker

Bestimmt hast Du schon öfters von Geschmacksverstärkern in Lebensmitteln gehört. Häufig kommen hier Glutaminsäure und Glutamate zum Einsatz, mit den E-Nummern 620 bis 625. Diese Stoffe werden vermehrt in der chinesischen Küche eingesetzt, verstärken aber auch den Geschmack konventioneller Suppen, Saucem, Fisch- und Fleischgerichte und runden den Geschmack von Knabbergebäck, Gewürzmischungen, Brühwürfeln und Gemüse ab. Die bekannteste Nebenwirkung ist das sogenannte China-Restaurant-Syndrom: Dabei klagen die Betroffenen über Kopfschmerzen, trockenen Mund, Beklemmung in der Brust, Gliederschmerzen, Schwindel, Brechreiz und teilweise auch über nervöse Muskelzuckungen. Der Effekt tritt vor allem bei Verzehr auf nüchternen Magen auf. Auch von Asthmaanfällen wurde berichtet. Bei neugeborenen Tieren schädigte Natriumglutamat zudem das Gehirn, erzeugte Fresslust und förderte Übergewicht. Es kam zu Fortpflanzungsstörungen und Lernschwierigkeiten bei den Nachkommen. Beim Menschen dient Glutamat als Appetitstimulans und fördert Übergewicht.

Light-Produkte

Eine ganz besondere Art von kritischen Stoffen beinhalten viele Light-Produkte! „Light“ und „leicht“ – das suggeriert Schlankheit, Gesundheit, Fitness und Schönheit. Alles in allem eine Ernährung mit wenig Zucker und Fett und dadurch mit wenig Kalorien. Auf den ersten Blick eine ideale Lösung. Essen, ohne sich Sorgen um seine Figur und Gesundheit machen zu müssen.

Leider ist dem nicht so. Selbst wenn die Light-Produkte weniger Kalorien enthalten, ist das Abnehmen oder Gewichthalten noch nicht garantiert. Dem Konsument wird suggeriert, beliebig viel von diesen Lebensmitteln essen zu können. Sobald man aber mit ruhigem Gewissen zur zweiten „Light“-Wurstscheibe greift, ist die Kalorienreduktion schon mehr als aufgehoben. Ernährungswissenschaftler haben festgestellt, dass bei Produkten mit natürlichem Fettgehalt wesentlich schneller ein Sättigungsgefühl eintritt, bei fettreduzierten Produkten dauert es wesentlich länger. Aus diesem Grund isst man mehr.

Im Allgemeinen werden die Ernährungsgewohnheiten durch Light-Produkte nicht verbessert, sondern eher verschlechtert. Die häufig notwendige Ernährungsumstellung erfolgt nicht. Gerade das Fett, das bei Light-Produkten reduziert wurde, hat eine sehr wesentliche Aufgabe zu erfüllen. Denn Fett ist ein Aromaträger, der die Speisen schmackhaft macht und den Appetit stillt. Fehlt dieses Fett in der Nahrung, wird das natürliche Verlangen danach nicht gestillt und der Körper ruft nach mehr. Und ein Mehr an Light-Produkten bedeutet im Endeffekt auch ein Mehr an Kilos und ein Mehr an zum Teil kritischen Substanzen im Körper.

Ausserdem ist der Begriff „light“ nicht automatisch Garant für eine fettarme Ernährung. Viele Produkte tragen den verkaufsfördernden Aufdruck, ohne der Kalorienaufnahme tatsächlich einen Vorteil zu bringen. Der Begriff „Light“ kann genauso gut leicht bekömmlich, leicht verdaulich oder locker und luftig bedeuten. Das ist die eine Seite der Medaille.

Aspartam

Aspartam findet man in fast allen Light-Produkten. Bei einer internationalen Umweltkonferenz wurde berichtet, dass Krankheiten wie Multiple Sklerose (entzündliche Erkrankung des Nervensystems) und Lupus (fressende Flechte, Hauttuberkulose – Infektionskrankheit, entzündlich/ schmerzend bei Berührung) sich epidemieartig ausbreiten. Einige Spezialisten waren aufgrund ihrer Forschungsergebnisse der Ansicht, dass der stetig steigende Gebrauch des Süssstoffes Aspartam daran Schuld sei: Wird Aspartam über 28,5 Grad erwärmt, wandelt sich die chemische Struktur von Aspartam zu Formaldehyd (Methanal) und Ameisensäure um. Dies verursache eine Übersäuerung im Stoffwechsel (Azidose), da das giftige Formaldehyd vorwiegend in Fettzellen gespeichert wird. Diese Methanolvergiftung imitiert die Symptome einer Multiplen Sklerose. Hierdurch wurde vielen Patienten fälschlicherweise Multiple Sklerose diagnostiziert, obwohl es sich um Symptome einer Methanolvergiftung handelte. Die Vergiftungserscheinungen der Methanolbelastung seien der chronisch verlaufenden MS-Erkrankung aber dermassen ähnlich, dass eine klare Unterscheidung nur schwierig möglich wäre.

Auch die Krankheit Lupus erythematodes breitet sich vor allem unter Light-Limonaden-Trinkern aus. Diese Menschen trinken häufig 3 bis 4 Dosen pro Tag und leiden somit unter einer Methanolvergiftung, welche die Krankheit Lupus auslösen kann. Die wenigsten wissen, dass die Inhaltsstoffe ihres Getränks letztlich die Ursache der Krankheit sind und setzten daher ahnungslos die Zufuhr der Giftstoffe fort. Stoppen die Luppuskranken die Zufuhr von Aspartam, verschwinden die Symptome zwar meistens, die Krankheitsfolgen sind aber nicht umkehrbar. Auch die falsch diagnostizierten Multiple Sklerose Kranken wurden symptomfrei, als die Zufuhr von Aspartam gestoppt wurde. Einige erhielten danach wieder ihre Sehfunktion und das Hörvermögen zurück. Aspartam verändert auch den Stoffwechsel der Hirnnervenzellen. Dies kann zu epilepsieähnlichen Erscheinungen führen und kranke Menschen zusätzlich belasten. So haben Parkinson Kranke von Haus aus mit einem verminderten Dopamingehalt zu kämpfen, welcher durch die Einnahme von Aspartam zusätzlich gesenkt wird.

Interessant ist  der ursprüngliche Entwicklungsgrund für diesen Süssstoff. Aspartam wurde nämlich als Mastmittel entwickelt, weil es das Sättigungszentrum im Gehirn ausser Funktion setzt. Ein weiterer negativer Effekt hinsichtlich der Gewichtsreduktion ist in der Diskussion um eine vermehrte Insulinausschüttung beheimatet. Einige Kritiker gehen nämlich davon aus, dass der Körper auf süssen Geschmack generell mit einer Ausschüttung von Insulin reagiert, weil der Stoffwechsel eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels durch Zuckerzufuhr erwarte. Aspartam hat aber auf den Blutzuckerspiegel keinen Einfluss, daher käme es (durch die Insulinausschüttung) zu einem Absinken des Blutzuckers unter den Normalwert. Das wiederum hätte Heisshungerattacken zur Folge.

Wer bis jetzt viele aspartamhältige Lebensmittel am Speiseplan hatte, weil er abnehmen wollte, hat sich somit das Leben zusätzlich schwer gemacht. Das heisst, wenn Aspartam abgesetzt wird, kann auch leichter abgenommen werden – mit natürlicher Zuckersüsse in Massen. Übrigens: Seit wenigen Wochen ist ein neuer Süssstoff für die Verarbeitung in Lebensmitteln zugelassen. Es handelt sich dabei um ein aus Aspartam synthetisiertes Produkt mit dem Namen Neotam. Es besitzt eine ca. 10.000 bis 13.000 fach stärkere Süsskraft als Saccharose. Zudem besitzt Neotam bei verschiedenen Produkten eine geschmacksverstärkende Wirkung.

Für Diabetiker könnte STEVIA eine mögliche Süssungs-Alternative sein. Es sind bereits verschiedene Süssungsmittel auf der Grundlage von Steviol Glykosiden zum Süssen von Speisen und Getränken auf dem Markt. Bei Steviol Glykosiden handelt es sich um hoch verarbeitete und selektierte Pflanzeninhaltsstoffe aus der Stevia rebaudiana Bertoni. Sie scheinen hervorragend für Diabetiker geeignet, da Stevioside den Blutzuckerspiegel nicht beeinflussen. Die Ureinwohner Paraguays nutzen die Süsskraft der Steviapflanze bereits seit mehreren Jahrhunderten. Mate-Tee mit Steviablättern gebraut ist ein traditionelles, beliebtes Getränk bei den Guaranis. Sie nennen es auch die “Süsse des Lebens”. Steviablätter sind jedoch derzeit weder in der EU noch in der Schweiz als Lebensmittel zugelassen, da hier, wie es heisst: “die wissenschaftlichen Daten nicht ausreichen, um die Unbedenklichkeit für die Verwendung der Pflanze zu beurteilen”. Lediglich die selektierten süssen Inhaltsstoffe der Pflanze dürfen in speziell zugelassenen Produkten zum Einsatz kommen.

Anhand des Beispiels Aspartam sehen wir den Zusammenhang zwischen „gut gemeinter Ernährung“ und den unnötigen Folgen in Form von Belastungen für den Körper. Es wird ersichtlich – wir sind permanent irgendwelchen Zusatzstoffen ausgeliefert, deren Wirkung wir so genau noch gar nicht einschätzen können, zumal schlicht und einfach die Erfahrung fehlt. Denn oft sind Schäden erst nach Jahrzehnten erkennbar und müssen diesen Stoffen erst nachgewiesen werden.

Die Liste der Umwelt- bzw. Lebensmittelgifte liesse sich beinahe beliebig erweitern. Nicht erwähnt wurden: Pilz-, Insekten- und Unkrautvernichtungsmittel, Weichmacher, Blei, aromatische Kohlenwasserstoffe, Arzneimittelrückstände in Fleisch, radioaktive Bestrahlung von Lebensmitteln, Stoffe der Zahnmedizin bzw. Zahnersatz, Schwermetalle, Ozon, Feinstaub, Asbest, Abfallrückstände in Meeresfischen und wie sie auch alle heissen mögen…

Gentechnik & Kennzeichnung

Wer bis jetzt der Meinung war, dass in unseren Breiten gentechnisch veränderte Zutaten bzw. Zusatzstoffe von Lebensmittel noch keine Verbreitung gefunden hätten, liegt leider falsch. Kennzeichnungspflichtig sind aber nur Zusatzstoffe und Aromen, die unmittelbar aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden. Dazu zählen z.B. Lecithin aus genverändertem (gv) Soja, Vitamin E aus gv-Soja, Aromen aus den Proteinen von gv-Soja und Verdickungs- und Bindemittel aus gv-Soja.

Zusatzstoffe, die in geschlossenen Systemen mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden (z.B. Aspartam), sind nicht zu kennzeichnen. Voraussetzung ist, dass der jeweilige Zusatzstoff aufgereinigt wird und keine Mikroorganismen mehr enthält. Erhalten die verwendeten Mikroorganismen Nährstoffe (Substrate) aus gentechnisch veränderten Pflanzen, bleibt der Zusatzstoff ebenfalls ohne Kennzeichnung. Weiters nicht der Kennzeichnungspflicht unterliegen Lebensmittelenzyme, die mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden.

In der Regel sind Enzyme in den Lebensmitteln, bei deren Herstellung sie eingesetzt wurden, nicht mehr in aktiver Form vorhanden. Sie gelten daher bis auf wenige Ausnahmen (Invertase E 1103, Lysozym E 1105) als technische Hilfsstoffe, nicht als Lebensmittel. Und diese müssen generell nicht deklariert werden. Die interessantesten Vertreter darunter sind Chymosin (als Labferment) bei der Käseherstellung, Stärke spaltende Amylasen in Brot und Backmischungen, sowie Zucker spaltende Invertasen in Süsswaren und Pralinen. Eine Ernährung ohne Zusatzstoffe und Gentechnik bzw. ein Leben ohne Umweltgifte ist zu einer grossen Herausforderung geworden und wird immer schwieriger.

Man kann nur den guten Dingen mehr Platz im Leben geben und die negativen Einflüsse auf ein Minimum zu reduzieren versuchen. Glücklicherweise gibt uns Hildegard von Bingen eine Fülle an alternativen Möglichkeiten für einen gesünderen Lebensstil. Von der Auswahl der richtigen Nahrungsmittel, über die wichtigen funktionellen Hildegard-Gewürze bis hin zur Anwendung von sanften Entgiftungsmassnahmen. Die Hildegard-Lehre beinhaltet vieles, was gerade heute besondere Aktualität besitzt und die Gesunderhaltung im Allgemeinen fördert.

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