GenTech Food

(Autor: Roland Gmünder / Last Update – 25.11.2012)

Landwirtschaft & Gentechnik

Fragen und Antworten

Gentechnologie in der Landwirtschaft hat weitreichende und zum Teil noch nicht erforschte Konsequenzen. Gentechnologisch veränderte Pflanzen verbreiten sich in der Umwelt unvorhersehbar, die Folgen für Mensch und Natur sind schwer kalkulierbar. Hier finden Sie einige der häufigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema.






Was ist (Agro)-Gentechnik?

Im Gentechnik-Labor werden natürliche Artgrenzen ignoriert. So landet ein Gen eines Bodenbakteriums in einer Maispflanze oder ein Rattengen im Kopfsalat. Hierin unterscheidet sich die Gentechnik gravierend von der herkömmlichen Züchtung, denn Ratten und Salate kreuzen sich naturgemäss nicht. Meistens werden die artfremden Gene mit einem so genannten Schrotschuss-Verfahren in das Erbgut geschleust. Wo die Gene dabei eingebaut werden, ist weitgehend unbekannt. Unberücksichtigt bleibt dabei, dass das jeweilige Umfeld für die Funktion eines Gens eine grosse Rolle spielt. Anders ist nicht zu erklären, dass das Erbgut von Leber und Niere des Menschen zu 100 Prozent identisch ist, diese Organe jedoch so unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen. Zudem ist die Annahme der Gentechniker, ein Gen sei nur für eine Eigenschaft verantwortlich, wissenschaftlich längst überholt. So könnte ein in eine Pflanze hineinmanipuliertes Gen, das beispielsweise ein Insektengift bildet, zusätzlich noch andere Gifte produzieren.

Was sind die Risiken der Gentechnologie?

Gentech-Pflanzen können sich unkontrolliert vermehren. Durch Pollenflug oder Insekten kann sich die genmanipulierte Erbmasse auch auf herkömmliche Pflanzen übertragen, z.B. Resistenzen gegen Unkrautvertilger. Das ergibt so genannte «Superunkräuter», Pflanzen, die sich kaum mehr mit Spritzmitteln bekämpfen lassen. Gentech-Pflanzen können nicht nur Schad- sondern auch Nutzinsekten (z.B. Schmetterlinge) schädigen. Genmanipuliertes Saatgut kann die Felder von Biobauern und anderen gentechfrei wirtschaftenden Bauern verunreinigen, da Pollen vom Wind über mehrere hundert Meter, teilweise sogar Kilometer, getragen werden. Auch bei der Ernte und beim Erntetransport ist der Eintrag von genmanipuliertem Saatgut auf gentechfreie Flächen nicht zu verhindern. Tiere und Pflanzen haben eine immer schmalere genetische Basis, da die Sorten- und Artenvielfalt abnimmt. d.h. Krankheiten und Schädlinge können in kurzer Zeit grosse Bestände dahinraffen. Die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten ist jedoch zentral für die zukünftige Ernährung der Weltbevölkerung und für das Gleichgewicht in der Natur. Die Langzeitauswirkungen auf die menschliche Gesundheit bei der Ernährung mit genmanipulierten Nahrungsmitteln sind bisher nicht ausreichend erforscht. Es ist also nicht auszuschliessen, dass Gentech-Food gesundheitliche Probleme schaffen oder verstärken kann.

Wie kann ich sicher gehen, dass keine Gentechnik auf meinem Teller landet?

Durch bewussten Konsum einheimischer oder ökologischer Lebensmittel unterstützen Sie eine vielfältige und nachhaltige Landwirtschaft. Folgende Schweizer Labels garantieren Gentechfreiheit: Bio-Suisse (Knospe), Demeter, KAG Freiland, IP-Suisse , Emmi, Baer, Coop Naturaplan, Bio (Migros), Proterra.


Ist die Gentechnologie die Lösung des Welthungerproblems?

Gentech-Lebensmittel sind kein Rezept gegen den Hunger auf dieser Welt. Die Ursachen für Hunger liegt vor allem an einer falschen Verteilung, fehlenden Infrastrukturen und der wachsenden Nachfrage nach Agrotreibstoffen und Futtermitteln. Laut Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, könnten die derzeitigen Erträge 12 Milliarden Menschen ernähren. Der erste Weltagrarbericht, verfasst von über 400 WissenschaftlerInnen kommt zum Schluss, dass eine lokale und ökologische Landwirtschaft die Ernährung der Weltbevölkerung sicher stellen kann, Gentechnologie spielt da keine Rolle.

Was kann ich im privaten Umfeld tun?

Kaufen Sie biologische, lokal erzeugte Lebensmittel. Unterstützen Sie PolitikerInnen und Parteien, die die Förderung einer ökologisch und lokal ausgerichteten Landwirtschaft vorantreiben.

Wo finde ich weitere Informationen zum Thema Gentechnik?

-    schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie

-    Informationsdienst Gentechnik

-    Umweltinstitut Müchen e.V.


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