menschliches Verhalten

(Autor: Roland Gmünder / Last Update – 09.12.2012) 

Bedürfnispyramide nach Maslow 

Der US-amerikanische Psychologe Abraham Maslow entwickelte Mitte des 20. Jahrhunderts ein Modell, das menschliche Bedürfnisse und Motivationen beschreibt. Maslow geht davon aus, dass menschliches Verhalten von fünf grundlegenden Bedürfnissen gelenkt ist:


Maslow-Pyramide

1.    Physiologische Bedürfnisse: Essen, Atmung, Schlaf, Gesundheit, Wohnraum, usw.

2.    Sicherheit: Schutz vor Gefahren, Recht und Ordnung, festes Einkommen, Absicherung, usw.

3.    Soziale Bedürfnisse: Familie, Freundeskreis, Partnerschaft

4.    Individualbedürfnisse: Wertschätzung durch Status, Anerkennung, Wohlstand, Einfluss, Erfolge (privat und beruflich), usw.

5.    Selbstverwirklichung: Individualität, Talententfaltung, Perfektion, Selbstverbesserung, usw. 


Maslow geht von einer hierarchischen Entwicklung dieser Bedürfnisse aus: Nachdem die physiologischen Bedürfnisse befriedigt sind, können erst die Sicherheitsbedürfnisse befriedigt werden. Sind die Sicherheitsbedürfnisse  befriedigt, so können dann die sozialen Bedürfnisse befriedigt werden und so fort.

Er geht zudem davon aus, dass sich die Selbstverwirklichungsbedürfnisse (Wachstumsbedürfnisse) erst dann entfalten, wenn die darunter liegenden Bedürfnisse (Defizitbedürfnisse) befriedigt sind. Bei den Selbstverwirklichungs-Bedürfnissen treten nach Maslow keine Sättigungseffekte wie bei den Defizitbedürfnissen auf, d.h. bei dem Bedürfnis nach Selbstverwirklichung tritt keine Zufriedenheit auf, sondern eine stetige Weiterentwicklung und -entfaltung. 

In den 70er-Jahren wurde die Pyramide weiter verfeinert. Da immer mehr Menschen ihre Defizitbedürfnisse befriedigen konnten, machte es Sinn, die Wachstumsbedürfnisse zu differenzieren. Die 5. Stufe Selbstverwirklichung wurde weiter unterteilt und als oberste Stufe wurde die Transzendenz, also die Suche nach Gott oder dem wahren Sinn des Lebens, ergänzt.


5.    Kognitive Bedürfnisse: Wissen, Bedeutung, Selbstwahrnehmung etc.

6.    Ästhetische Bedürfnisse: Schöhnheit, Balance, Form etc.

7.    Selbstverwirklichung: persönliches Wachstum, Erfüllung etc.

8.    Transzendenz: Anderen helfen bei der Suche nach Selbstverwirklichung 

erweiterte Maslow-Pyramide

Du magst Dir jetzt denken: “Na ja, das ist ja nichts wirklich Neues, das kenne ich schon lange, das habe ich in meiner Ausbildung auch schon gehört.”  Hast Du Dir aber auch einmal überlegt, was diese Pyramide für Dich persönlich aussagen könnte?

Vielleicht bist Du bisher auf Deinem spirituellen Weg nicht so vorangekommen, wie Du Dir es gewünscht hast, bist seit Jahren auf der Suche und noch immer nicht angekommen? Könnte es sein, dass Du Dich täglich mit Geldsorgen herumschlägst, dass Deine Gesundheit auch nicht gerade zum Besten steht und Deine Beziehungen einige Bedürfnisse offen lassen?

Maslow bietet mit seinem Denkmodell den Ansatz, dass wir uns erst spirituell frei entfalten können, wenn wir unsere Grundbedürfnisse ausreichend abgedeckt haben. Dies bedeutet nicht, dass wir viel Geld und ein eigenes Haus brauchen - es geht vor allem um unsere Emotionen, um unser Gefühl, genug Essen und Trinken, Schutz und Sicherheit, Liebe und Zuneigung, sowie Anerkennung und Wertschätzung zu haben. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit verstärkt auf diese Bereiche lenken, schaffen wir damit möglicherweise eine stabilere Basis, um unsere Spiritualität freier entfalten zu können.

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