Grenzen der Wahrnehmung

(Autor: Roland Gmünder / Last Update – 03.02.2013)

Grenzen der Wahrnehmung

Ungeahnte Welten – unsichtbar klein und unvorstellbar gross

Eine Jahrtausendwende ist eine magische Grenze – auch für unsere Wahrnehmung. Zu Beginn des 3. Jahrtausends hat es der Mensch tatsächlich geschafft, den alten Traum der griechischen Philosophen zu verwirklichen – ein Atom zu “sehen”. Auch in die andere Richtung scheint unser Blick in fast unendliche Weiten zu gehen: Das Hubble-Teleskop erlaubt uns Einblicke in die entferntesten Galaxien. Der nachfolgende Film wird die Grenzen des menschlichen Wahrnehmungsvermögens ausloten, auf einer Zeitreise von den entferntesten Quasaren, Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt, über die Wunder unserer belebten Welt bis in die Tiefe des menschlichen Erbguts und in die Struktur eines Eisenatoms. UNIVERSUM verspricht eine filmische Forschungsreise vom Mikro- in den Makrokosmos.

Albert Einstein hat gesagt: “Es ist absolut möglich, dass jenseits der Wahrnehmung unserer Sinne ungeahnte Welten verborgen sind.” Was das Genie Einstein nur ahnen konnte, kann heute jedermann im eigenen Wohnzimmer mit eigenen Augen sehen. Die “Universum”-Dokumentation “Grenzen der Wahrnehmung” von Alfred Vendl und Steve Nicholls ist eine abenteuerliche Reise durch die Dimensionen der Schöpfung. Vendls Bilder lassen selbst ein Kind begreifen, dass die Welt, die wir sehen, nur eine von vielen ist, dass das Universum gleich einer Zwiebel aus Welten in Welten in Welten besteht.

Erstmals zeigt ein Film Echtbilder und nicht etwa Computergrafiken von Kohlenstoffatomen, aufgenommen mit millionenfacher Vergrößerung durch ein Atomkraftmikroskop. Bereits etliche Dimensionen darüber liegt die Kamerafahrt entlang einem DNS-Molekül, wobei der genetische Code sichtbar wird, in dem der Bauplan jeder einzelnen unserer Zellen geschrieben ist.

Bis in die vierziger Jahre hielt man Zellen für simple Bausteine lebender Organismen, kleine Kapseln voll chemischer Substanzen. Selbst mit den stärksten Lichtmikroskopen der damaligen Zeit war nicht mehr zu erkennen. Mittlerweile aber haben sich die Grenzen unserer Wahrnehmung ausgedehnt. Vendls Film zeigt eine U-Boot-Fahrt mitten durch eine kathedralenhaft vergrößerte Zelle. Was einem dabei begegnet, ist die faszinierende und alles andere als simple Architektur des Lebens.

Bezeichnend für Vendls Erzählstil sind seine überaus einprägsamen visuellen Vergleiche. Wäre die äußere Schale eines Atoms so groß wie eine Kathedrale, wie klein wäre dann der Atomkern? Wer Vendls Kran-Zoomfahrt durch den riesigen Raum des Stephansdoms auf den Notenpunkt in einem aufgeschlagenen Gesangsbuch gesehen hat, begreift dieses Größenverhältnis vermutlich zum ersten Mal und wird es kaum jemals vergessen.


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