Bewusstsein und Wahrnehmung

(Autor: Roland Gmünder / Last Update – 02.11.2012)

Bewusstsein und Wahrnehmung

Wissenschaftlicher Fortschritt hat die Welt berechenbar gemacht. Doch noch nie war die Frage nach dem, was wir nicht wissen so spannend wie heute, denn Wissenschaftler stehen vielfach an grundsätzlichen Grenzen.

Der Hunger nach Erkenntnis hatte die Menschen einst aus dem Paradies geworfen. Geblieben ist die Sehnsucht zu erkennen – in der Hoffnung, dass das mühsam erworbene Wissen uns irgendwann wieder zurückbringen wird. Wir nutzen das Wissen, um die Welt bunter zu machen, aufregender.

Doch wohin hat es uns verschlagen? Wir blicken in die Welt, um den Ort, an dem wir uns befinden, zu verstehen – seine Substanz, seine seltsamen Dimensionen. Wir haben uns an ein Leben in Raum und Zeit gewöhnt und glauben, was in den Netzen der Wissenschaftler hängen bleibt. Doch das Netz hat Löcher.


Phänomen Zeit

Eine Sekunde ist das 9.192.631.770-fache der Periodendauer, die dem Übergang der Strahlung zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus von Cäsium Atomen des Nuklids 133 im Grundzustand entspricht. Ekkehard Peik, Physiker: “Im Prinzip ist Zeitmessung sehr einfach. Man braucht einen Vorgang, der sich periodisch wiederholt und dann muss man einfach die Wiederholungen abzählen. Dann hat man ein Maß für die Zeit.”

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Ist die Zeit nur eine Annahme?

Vielleicht gibt es die Zeit gar nicht. Auch in unserer Wahrnehmung existiert der Gang der Zeit nur als Annahme. Denn jedes Erleben findet in der Gegenwart statt. Es gibt für uns keinen anderen Zeitort. Für die Physik ist das ein unangenehmer Gedanke, den die Wissenschaftler mit einem geschickten Schachzug entschärfen.

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Phänomen Bewusstsein

Zeit existiert nur, wenn es einen Beobachter gibt. Aber existiert ein solcher Beobachter? Je genauer die Wissenschaftler das menschliche Gehirn untersuchen, desto mehr verschwimmen Beobachtung und Welt.

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Ist unser ICH nur eine Erfindung?

Normalerweise identifizieren wir unseren Körper mit dem selbstverständlich gefühlten Ich. Aber diese Verbindung ist alles andere als solide. Ein einfaches Experiment zeigt die Fähigkeiten des Gehirns, praktisch jedes beliebige Objekt als körpereigen zu adaptieren.

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Phänomen Leben

So feinmaschig die Wissenschaftler ihre Netze auch spinnen: Sie können sie nirgendwo befestigen. Und doch scheint es eine Gewissheit, eine einzige Sicherheit zu geben, die so solide ist, dass wir unser ganzes Leben nach ihr ausrichten: die Begrenztheit unserer Existenz.

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Sterben auf Probe

Wie lange der geborgte Tod der Bärtierchen dauern kann, wissen die Forscher nicht. Etwa 30 Jahre sind als sicher verbürgt. Vielleicht können die Moosbewohner aber auch viel länger überdauern. Aus ihrer Sicht spielt Zeit ohnehin keine Rolle. Der Tod kann ihnen nichts anhaben.

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