GenTech: Fit oder Fett

(Autor: Roland Gmünder / Last Update – 21.07.2013

Gentech: Fit oder Fett

Das schadet dem Darm

Warum ist Gentech ungesund? Etwa deshalb, weil dadurch mehr tödliche Herbizide in unsere Nahrung und in den Darm gelangen – insbesondere Glyphosate.



Die Verfechter der Gentechnologie argumentieren oft damit, dass diese die genetische Ausstattung von Pflanzen und Tieren nicht mehr verändere als die herkömmliche Züchtung – bloss schneller. Das Argument ist vielleicht richtig, aber unerheblich, denn mit diesen Genen wird meist auch der ganze Herstellungsprozess – von der Aussaat über die Ernte bis zur Verarbeitung – verändert.

Ein (schlechtes) Beispiel dafür ist Glyphosat. Diese Chemikalie ist der Hauptwirkstoff in den meisten Herbiziden, nicht zuletzt bei Marktführer «Roundup» von Monsanto. Glyphosat ist schon seit 1974 auf dem Markt, hatte jedoch den Nachteil, dass es fein dosiert werden musste, um dem Unkraut mehr zu schaden als der Nutzpflanze. Das änderte sich erst, als Monsantos Gentech-­Forscher Mais-, Soja- und Weizensorten entwickelten, die auch grosse Mengen von Glyphosat schadlos vertragen. Inzwischen sind ähnliche Produkte auch von Syngenta auf dem Markt. Für die Getreidebauer heisst das: Mit wenigen Cents mehr für Roundup kann der Erlös um viele Cents gesteigert werden. Wer nicht mitmacht, den bestraft der Markt.

Chemie für schnellere Ernte

Neuerdings werden Glyphosate auch als Erntehelfer eingesetzt. Man sprüht sie über die erntereifen Pflanzen und beschleunigt damit den Zerfall von Blättern und Stängeln, während die Frucht unbehelligt bleibt. Prompt haben die EU-Behörden dem Druck der Agrarlobby nachgegeben und den Grenzwert für Glyphosat im Futtergetreide um das 200-Fache und im Brotgetreide um das 100-Fache gegenüber dem Grenzwert für Gemüse heraufgesetzt. In den USA sind 40 bis 100 ppm (Millionstel) Glyphosat im Tierfutter und bis zu 6 ppm im Wurzelgemüse erlaubt. In Tierversuchen haben schon 2 ppm Glyphosat in kurzer Zeit zu Missbildungen geführt.

Auch in den Menschen steckt immer mehr von dem Zeug. Im Auftrag von Pro Natura wurden in 18 europäischen Ländern bei insgesamt 182 Stadt­bewohnern Urin-Proben auf «Glyphosat» hin untersucht. In über 40 Prozent der getesteten Urin-Proben fand das Labor Rückstände von «Glyphosat», darunter auch in zwei von zwölf Proben aus der Schweiz. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) liess sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Urin sei ein effizientes Ausscheidungsmittel für Glyphosat. Von Tierversuchen sei bekannt, dass über 90 Prozent des eingenommenen Glyphosats nach rund 24 Stunden wieder vom Körper ausgeschieden werden.

Mutierte Darmflora

Die Entwarnung dürfte sich als voreilig erweisen. Glyphosat greift zwar nachweislich nur in den Stoffwechsel von Pflanzen, nicht aber in den von Tieren und Menschen ein und galt deshalb lange als unbedenklich. Doch neuere Studien zeigen, dass Glyphosat unsere Darmflora verändert und die Bakterien dazu bringt, eine ganze Reihe von schädlichen Eiweissen zu produzieren. Diese wiederum programmieren unsere Gene so, dass sie unter anderem Autismus, Depressionen und Krebs verursachen. Zudem binden Glyphosate wichtige Mineralstoffe und machen sie für unsere Zellen unbrauchbar.

Doch Gentechnologie wird nicht nur benutzt, um Pflanzen immun gegen Herbizide zu machen, sondern auch, um dem Mais sein eigenes Insektizid einzupflanzen. Dazu dient etwa ein Gen der Bakterie Bacillus thuringiensis. Dieses produziert das sogenannte Bt-Gift, das in den Mägen von Insekten freigesetzt wird und diese umbringt. Die Saatgut-Produzenten behaupten zwar, dass Bt für menschliche Mägen unbedenklich sei. Doch inzwischen gibt es da ernsthafte Bedenken.

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