die Kalenderrunde

(Autor: Roland Gmünder / Last Update – 20.01.2014)

die Kalenderrunde

Wie wir bereits wissen, dauert der zivile Kalender Haab 365 Tage und setzt sich aus 18 Monaten mit je 20 Tagen plus 5 zusätzlichen Tagen, die “ausserhalb der Zeit” stehen, zusammen (grosses Rad links). Der Tzolkin-Kalender seinerseits dauert 260 Tage, bestehend aus 20 Tageszeichen, verknüpft mit 13 Zahlen (kleine Räder rechts). Die beiden Kalender werden nun so miteinander verknüpft, dass jeder einzelne Tag ein Datum, bestehend aus einer einer Zahl + Tageszeichen-Kombination des Tzolkin und  Zahl + Monat-Kombination des Haab erhält, wie z. B.  6 Edznab 11 Yax .


Tzolkin-Kalenderräder
Das linke Rad enthält 18 mal 20 Tage plus zusätzlich die fünf heiligen Tage (rot dargestellt) also insgesamt 365 Tage. Die beiden rechten Zahnräder verkörpern den Tzolkin mit seinen 260 Tagen.



Das kleinste gemeinsame Vielfache der Periodizitäten des Haab (365 = 73 × 5 Tage) und des Tzolkin (260 = 4 × 5 × 13 Tage)  beträgt 4 × 5 × 13 × 73 Tage. Damit wiederholen sich die Kombinationen aus beiden Zyklen identisch nach 18.980 Tage oder 52 Haab-Jahren. Dieser Zeitraum wird als Kalenderrunde bezeichnet Innerhalb dieses Zeitraumes ist eine aus den beiden kürzeren Zyklen bestehende Datumsangabe im Mayakalender eindeutig.


In der nebenstehenden Abbildung wird der Tag

4 Ahau  8 Kumk’u

angezeigt,


vier Tage später werden wir den Tag

8 Kan   12 Kumk’u

haben.




die Kalenderrunde (Ausschnitt aus “der Maya-Code”)



Die Kalenderrunde ist nicht bloss als eine mathematische Leistung zu sehen, die es ermöglichst, einem Tag innerhalb von 52 Jahren ein genaues Datum zu geben, sondern es wurden hier zwei Zeitrhythmen von ganz unterschiedlicher Art miteinander verbunden. Der Haab kann als profanes Zeitmass angesehen werden, das den Lauf der Sonne beschreibt und die Landwirtschaft regelt. Der Tzolkin hingegen ist ein heiliger Kalender, der dadurch, dass hinter den 20 Tageszeichen, sowie hinter den 13 Zahlen, göttliche Wesenheiten stehen, all seinen 260 Tagen eine ganz spezielle Qualität liefert und damit das zeremonielle Leben leitet.

Nach der Vollendung einer Kalenderrunde ab der Geburt eines Menschen wurde dieser zu einem Ältesten (Elder) - heute bereits ab etwa dem 45. Lebensjahr, da die Menschen heute früher reif sind. Man wird jedoch nicht automatisch zu einem/r Ältesten, sondern man muss sich dies durch die Arbeit an sich selbst und durch die Meisterung von Hindernissen und Prüfungen, die einem das Leben auferlegt, erarbeiten.

Mam – der Jahresträger

Aus der Verknüpfung des Haab mit dem Tzolkin geht der Jahresträger hervor. Der Haab-Kalender beginnt mit dem Tag 0 Pop. Dieses Datum kann – aus mathematischen Gründen – nur auf vier mögliche Tageszeichen des Tzolkin fallen, jedoch auf alle seine 13 Zahlen. Ein solcher Neujahrstag des Haab heisst dann z.B. 5 I’q 0 Pop (dabei ist 5 I’q das Tzolkin-Datum des 1. Tages, 0 Pop, im Haab-Jahr.). Dadurch wird in unserem Beispiel das Tageszeichen I’q, verbunden mit der Zahl 5, zum Jahresträger für ein ganzes Sonnenjahr von 365 Tagen.

Dieser Jahresträger wird dargestellt, wie er die Bürde des neuen Jahres auf seinem Rücken trägt (eine moderne Darstellung sehen Sie unten). Er wird in Quiché-Maya Mam genannt, das bedeutet allgemein “Grossvater”. Das Neujahr Haab-Kalender nennen die Maya “Die Ankunft des Mam”.

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