die lange Zählung

(Autor: Roland Gmünder / Last Update – 21.01.2014)

die lange Zählung (long count)

Wie bereits mehrfach beschrieben benutzen die Maya für ihre Kalenderberechnungen drei verschiedene Systeme (und einige Variationen innerhalb der Kalendersysteme). Es sind dies der Tzolkin (der heilige Kalender), der Haab (der zivile Kalender) und die Zählung im System des Long Count. Der Tzolkin umfaßt einen Zyklus von 260 Tagen. Er hat keinen direkten Bezug zu irgend einer bekannten astronomischen Periodizität. Die magischen Zahlen 1 bis 13 und die Basiseinheit 20 werden miteinander zum Zyklus von 13 x 20 = 260 Tagen kombiniert. Der Haab mit seinen 365 Tagen entspricht dem Sonnenjahr. Die Kombination des Tzolkin mit dem Sonnenjahr, dem Haab, führt zu einer Periode von 52 Jahren. Nach genau 18 980 Tagen, d.h. nach ungefähr 52 Solar-Jahren, fallen ein bestimmtes Haabdatum und ein Tzolkindatum wieder zusammen. Auf diese Weise war es den Mayas allerdings nicht möglich, ein Tzolkin/Haab Datum innerhalb eines Zeitraum von mehreren hundert Jahren eindeutig zu identifizieren. Im Laufe von über 105 Jahren existiert ein bestimmtes Tzolkin/Haab Datum mindestens zweimal.

Die Mayas überwanden dieses Problem mit Hilfe eines dritten Systems. Der Long Count ist eine Zählung in Tagen. Bei den Mayas wird der Long Count in Verbindung mit einer Periode von 1’872’000 Tagen angewendet. Damit waren die Mayas in der Lage, einen bestimmten Tag innerhalb einer Periode von ungefähr 5’125 Sonnenjahren eindeutig zu identifizieren.

Die Maya verwendeten nicht wie wir das 10er-System, sondern sie rechneten mit dem 20er oder Vigesimal-System. Das heisst, dass die Werte einer Stelle nicht von 0 bis 9, sondern von 0 bis 19 gingen. Sie benutzen jedoch Symbole  anstelle der Zahlen.




Im Stellenwertsystem mit der Basis 20 entspricht zum Beispiel

der vigesimalen Zahl    5. 2. 0.19
die dezimale Zahl         5 x (20 x 20 x 20) + 2 x (20 x 20) + 0 x (20) + 19 x 1 = 40’819.





Für die Kalenderangaben im Long Count verwendeten die Mayas ein etwas modifiziertes Zwanzigersystem – die 3. Stelle, das sogenannte Tun, geht in Annäherung an die formale Jahresrechnung nur bis 18 und ergibt somit den Wert 360 statt 400.

BAKTUNKATUNTUNUINALKIN
= 20 KATUN= 20 TUN= 18 UNIAL= 20 KIN
144’000 Tage7’200 Tage360 Tage20 Tage1 Tag
BAKTUNKATUNTUNUNIALKIN



Im kalendarischem System des Long Count ergibt  der

Long Count     1. 3. 5. 7.
die Zahl           1 x (20 x 18 x 20) + 3 x (18 x 20) + 5 x (20) + 7 x (1) = 8 387.


Damit wird eine absolute Anzahl von Tagen bezeichnet, die seit einem bestimmten Basisdatum vergangen sind. In den Stelen (steinerne Säulen) und den handschriftlichen Texten der Kodices gibt es viele Long Count Daten. Das eigentliche Problem für die moderne Mayaforschung bei der Zählung im Long Count war die Bestimmung des Basisdatums. Heute geht man allgemein davon aus, dass dies der 11.August 3114 v. Chr. war.

Bemerkenswert ist, daß die Mayas kaum Bezug auf ein Long Count Datum mit mehr als 12 Baktun genommen haben. Der Forscher Morley erwähnt z.B. als Abschluß einer Periode das Datum 13. 0. 0. 0. 0. Dem System logisch entsprechend sollten 20 Baktun die nächst höhere Zeiteinheit bilden, das sogenannte Piktun. Eine unter Mayaexperten weitgehend verbreitete Lehrmeinung vertritt die Ansicht, daß das Datum 13. 0. 0. 0. 0. den Beginn eines neuen Zyklus anzeigt und mit dem Nulldatum 0. 0. 0. 0. 0. identifiziert werden kann. Unter diesem Gesichtspunkt besitzt die Zeiteinheit von 13 Baktun eine herausragende Bedeutung. Die Maya Ära von 13 Baktun = 13 x 144’000 Tage dauert ungefähr 5’125.36 mittlere Sonnenjahre und endet am 21.12.2012.

21.12.2012


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